Auktorialer Erzähler
- Erzähler selbst gehört nicht zu der Geschichte, die er erzählt, sondern tritt deutlich als Urheber und Vermittler der Geschichte in Erscheinung.
- Der Erzähler ist also selbst nicht Teil der dargestellten Welt, sondern schildert sie „allwissend“ von außen
- So kann er etwa Zusammenhänge mit zukünftigen und vergangenen Ereignissen herstellen, diese kommentieren und Wertungen (Erzählerrede) abgeben,
- Handlungen verschiedener Charaktere zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Orten schildern, etc.
- Generell weiß er mehr als seine Figuren, er kennt deren Gedanken- und Gefühlswelt und sieht die Situation aus einer anderen Perspektive.
- In den erzählten Textstellen ist die 3. Person („er“/“sie“) vorherrschend. Die Grundform der auktorialen Erzählsituation ist die berichtende Erzählweise.
Personaler Erzähler
- Die Anwesenheit des Erzählers wird dem Leser nicht bewusst. Dieser Gestus tritt eigentlich erst im Roman der Moderne z.B. bei Kafka zutage.
- Der Leser nimmt die Erzählung aus Sicht einer bestimmten Figur, der so genannten Reflektorfigur (oder auch persona), wahr.
- In den erzählten Passagen ist die dritte Person („er“/“sie“) vorherrschend, es wird aber vorwiegend aus der Innenperspektive der Reflektorfigur erzählt. Daher sind Voraussagen oder Wissen darüber, was andernorts geschieht, eher nicht zu erwarten bzw. den Aussagen des Erzählers ist nicht zu trauen.
- Der Leser erhält nur Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt einer bestimmten Figur der Erzählung (der Reflektorfigur).
Ich-Erzähler
- In der Ich-Erzählsituation ist der Erzähler mit einer Figur der Erzählung identisch, er tritt also mit in die Handlung ein. Das „erzählende Ich“ ist jedoch oftmals die erfahrenere und reifere Version des „erlebenden Ichs“ (z.B. beim Vorleser).
- Eine besondere und seltene Unterart dieser Erzählsituation ist die Wir-Erzählsituation. In dieser ist der Erzähler mit einer ganzen Gruppe von Figuren in der Erzählung identisch und entspricht sonst der Definition der Ich-Erzählsituation (z.B. „Im Westen nichts Neues“).
- Der Ich-Erzähler hat oft keine kritische Distanz zu seiner Erzählung. Es ist eine Darstellung subjektiver Gefühlszustände, Meinungen und Sichtweisen.
- In der Regel ist diese Perspektive besonders geeignet, ein Identitätsgefühl mit dem Erzähler beim Leser zu wecken.
Der Typenkreis (nach Stanzel)
Erzählmodus:
Es gibt entweder eine Erzählerfigur, die dem Leser die Handlung selbst vermittelt (auktorial/Ich-Erzähler) oder eine Reflektorfigur, die dem Leser als handelnde Person nahe ist, aber vom Erzähler getrennt ist (personal).
Person:
Die Seinsbereiche (Erlebniswelten) von Erzähler und Figuren sind identisch (Ich), oder sie sind voneinander getrennt, das heißt, der Erzähler bewegt sich nicht in derselben Welt wie seine Figuren (auktorial/personal)
Perspektive:
Entweder Außenperspektive (auktorial), Innenperspektive (Ich) oder eine Mischung aus beidem (personal)
Zusammengefasst von Wikipedia, auch wenn viele an der Qualität zweifeln. Ich halte noch relativ viel von Wikipedia, und die Infos übernehme ich ja meist nur nach Abgleichen mit meinem Wissen.