Das Operon-Modell – Regulation der Genaktivität bei Prokaryoten

Entwickelt 1961 von den Franzosen Jacob und Monod, die 1965 den Nobelpreis in Medizin und Physiologie dafür erhielten.

 

Prinzip:

Energieschonender Stoffwechsel

à Gene werden nur bei Bedarf bestimmter Enzyme aktiviert

 

Fachbegriffe zum Operon-Modell

 

Operon:

Þ    Genregulierung mit Hilfe eines Repressors

Þ    besteht aus Promotor, Operator und Strukturgenen

Promotor:

Þ    Startregion, Ansatzstelle für die RNA-Polymerase

Operator:

Þ    Sequenz nach Promotor

Þ    Repressor kann in aktivem Zustand am Operator ansetzen, sodass die RNA-Polymerase die Strukturgene nicht ablesen kann

Strukturgene(1,2.usw.):

Þ    Bauanleitung für Enzyme (Proteine)

Þ    Liegen bei Bakterien hintereinander

Þ    Werden von Promotor und Operator reguliert

Regulatorgen:

Þ    Genregion auf der DNA, die außerhalb des Operons liegt.

Þ    Bauanleitung für den Bau der Repressoren

Repressor:

Þ    Protein, das durch eine DNA-Region codiert wird, die außerhalb des Operons liegt (Regulatorgen) 

Þ    Aktiv: Schlüssel-Schloss-Prinzip, Bindung an Operator à keine Transkription

Þ    Inaktiv: keine Bindung möglich à Transkription erfolgt

Induktor:

Þ    Stoff der den Repressor aktiviert oder deaktiviert, manche Substanzen induzieren sich selbst, durch Deaktivierung des Repressors, wodurch das Gen ihres Abbauenzyms transkribiert wird (z.B. Induktor: Lactose, Enzym: Lactase).   

RNA-Polymerase:

Þ    Enzym, das die Transkription katalysiert.

Þ    Kann durch Repressor am Promotor „geblockt“ werden

Konstitutive Gene:

Þ    „dauerhafte“ Gene, die immer transkribiert werden

Regulierte Gene:

Þ    Bei Bedarf aktivierte Gene, die nur dann transkribiert werden

 

Enzyminduktion

 

  • Normalerweise werden bestimmte Enzyme vom Körper nicht gebildet. Allerdings kann es vorkommen, dass man diese Enzyme doch braucht, wegen eines bestimmten Substrats.
  • Dann induziert das Substrat, das abgebaut werden muss sich selbst. Das geschieht dadurch, dass das Substrat an den aktiven Repressor ansetzt und seine Struktur dadurch verändert. Der Repressor wird inaktiv.
  • Im aktiven Zustand verhindert der Repressor die Transkription des Gens, auf dem das benötigte Enzym codiert ist. Da er nun aktiv ist kann er sich nicht mehr per Schlüssel-Schloss-Prinzip an den Operator binden.
  • Dadurch kann die RNA-Polymerase am Promoter ansetzen und das entsprechende Gen transkribieren. Die Synthese des Enzyms ist somit möglich.

 

Enzymrepression

 

·        Soll die Synthese eines bestimmten Enzyms eingestellt werden um dieses nicht unnötig im Übermaß zu produziert werden, muss die Transkription des entsprechenden Gens gestoppt werden. 

·        Dies geschieht, indem der Induktor (oft das Enzym selbst) den Repressor aktiviert, der bisher inaktiv war.

·        Dadurch kann der Repressor, dessen Struktur verändert wurde, sich per Schlüssel-Schloss-Prinzip an den Operator binden. Die Transkription wird so verhindert, da die Polymerase die Gene nicht mehr ablesen kann.

·        Ohne die Transkription können auch keine weiteren Enzyme mehr synthetisiert werden.

Ökosystem Fluss (Fließgewässer)

 

 

Gliederung:

  • Quelle: nahezu konstante Temperatur von 5°-10°C
  • Oberlauf: Temperaturschwankungen von 0°C (Winter) bis über 20°C (Sommer)
  • Mittellauf
  • Unterlauf
  • Mündung

 

Fließgeschwindigkeit und Sedimente:

  • Bei starkem Gefälle liegt im Oberlauf meist eine sehr hohe Fließgeschwindigkeit vor, während im Unterlauf meist eine langsame Fließgeschwindigkeit vorzufinden ist.
  • Stellen mit hoher Fließgeschwindigkeit: Steine und grober Kies als Bachsediment
  • Stellen mit niedriger Fließgeschwindigkeit: feinere Kiesbestandteile als Sediment, vor allem im Unterlauf vor allem Sand und Schlick.

 

Sauerstoffgehalt:

- Wird beeinflusst durch…

  • Wassertemperatur
  • Fließgeschwindigkeit
  • Turbulenzen
  • Mikroorganismen

- Quellbereich: Sauerstoffgehalt gleich niedrigem Wert des Grundwasser

- Oberlauf: fast immer 100% Sauerstoffsättigung

 

Güteklassen

 

Güteklasse I:

  • sauber, nährstoffarm, sauerstoffreich
  • geringe Individuendichte bei Einzellern und Bakterien
  • wenig organische Stoffe, geringer biochemischer Sauerstoffverbrauch

 

Güteklasse III-V (Abwässereinleitung)

·        stark verschmutzt, erhöhter Trübungsgrad, sehr viele Nähr- und Abfallstoffe

·        hohe Konzentration organischer Stoffe, hoher biochemischer Sauerstoffbedarf

·        Dichte der Bakterien und Einzeller steigt rapide

·        Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt drastisch, sodass empfindliche Aerobier ersticken

·        hohe Konzentration an Methan, Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Ammonium- sowie
Phosphat-Ionen, unter Sauerstoffmangel werden Nitrat- zu Nitrit-Ionen bzw. Ammoniak reduziert.

 

 Selbstreinigung

  • Im verschmutzen Gewässer führen natürliche Selbstreinigungsprozesse zum Abbau der organische Stoffe.
  • Organische Verschmutzung, Bakteriendicht, biochemischer Sauerstoffbedarf, sowie Nährsalzkonzentrationen nehmen stromabwärts langsam ab.
  • Algendichte und Sauerstoffgehalt nehmen zu.
  • Oxidierende Abbauprozesse führen zur vollständigen Oxidation von organischen und anorganischen Stoffen.
  • Zur Selbstreinigung ist also immer Sauerstoffzufuhr nötig. Der Abbau organischer Verbindungen erfolgt durch pflanzliche, tierische und bakterielle Organismen (Saprobionten) bei gleichzeitigem Verbrauch von Sauerstoff.
  • Die Algendichte geht unter anderem durch Verdünnungsprozesse zurück, sodass sich die Verhältnisse wieder dem unbelasteten Wasser annähern.
  • Etwas weiter definiert umfasst die Selbstreinigung folgende Aspekte:
    • Mikrobiell:
      mikrobiologische Umwandlung von organischen und anorganischen Stoffen
    • Chemisch:
      Auflösungs- und Ausfällungsprozesse, Umwandlung von organischen und anorganischen Stoffen
    • Physikalisch:
      Verdünnung, Sedimentation, Filtration und Ausgasung

 

 

Ökosystem See (Stehgewässer)

Eutropher See

- hoher Nährsalzgehalt

- weniger klares Wasser

- freier Sauerstoff höchstens in der Nährschicht

- relativ Flaches Becken, breite Uferbank mit Verlandungszone

- Die Produktion in der Nährschicht ist so hoch, dass sie in der

   Zehrschicht nicht vollkommen abgebaut werden kann.

- Ausbildung einer Schlammschicht durch geringen O2-Gehalt

- hoher CO2-Gehalt durch den Abbau von Detritus

- Beispiel: flache Seen Norddeutschlands

 

Oligotropher See

- geringer Nährsalzgehalt

- klares Wasser

- tiefes Becken, schmale Uferbank, geringer Bewuchs

- Produktion in Nährschicht so gering, dass alles in der

   Zehrschicht wieder abgebaut wird.

- In allen Tiefen freier Sauerstoff

- Zehrschicht nimmt wesentlich größeren Teil ein

- Der Seeboden enthält kaum organischen Schlamm

- Beispiel: Alpenseen

 

Eutrophierung („Umkippen“)

  • Zufuhr von Nährsalz-Ionen, besonders Nitrat- und Phosphat-Ionen, in ein Gewässer mit der Folge verstärkter Biomassenproduktion.
  • Durch stark vergrößerte Biomasse, die einem See zugeführt wurde, wird die Lichtdurchflutete Schicht immer flacher.
  • Die Zone der Sauerstoffzehrung weitet sich aus und kann im Extremfall das gesamte Epilimnion erfassen. 

 

Zirkulationsbewegung im See

 

Eigenschaften des Wassers:

  • Wasser hat bei +4°C seine größte Dichte. Kälteres und wärmeres Wasserhaben eine geringere Dichte (sind leichter) à Dichte Anomalie des Wassers
  • Wasser hat eine hohe spezifische Wärmekapazität und geringe Wärmeleitfähigkeit, daher wird Wärme hauptsächlich durch Wasserbewegung transportiert.

 

Sommerstagnation:

  • Durch Sonneneinstrahlung entsteht eine wärmere und somit leichtere Oberflächenschicht, die über der kühleren (+4°C), schwereren Tiefenschicht lagert.
  • An der Grenze zwischen Tiefenschicht und Oberflächenschicht entsteht eine Sprungschicht, in der die Temperatur innerhalb weniger Meter absinkt.
  • Aufgrund der stabilen Schichtung findet kein Austausch von Oberflächenwasser gegen Tiefenwasser statt.
  • Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht bedingen eine Umwälzung in den oberen Wasserschichten à ausgeglichenen Temperatur-, Nährstoff-, Gasverhältnisse

 

Vollzirkulation im Herbst

  • Das Oberflächenwasser kühlt ab und sinkt in Wasserschichten gleicher Temperatur und Dichte.
  • Der Wind unterstützt die aufkommende Zirkulationsbewegung, welche die verschiedenen Wasserschichten durchmischt.
  • Bei den eintretenden Vollzirkulationen kommt es zum Austausch von sauerstoffreichem, kohlenstoffdioxid- und nährstoffarmen Oberflächenwasser und  sauerstoffarmem, kohlenstoffdioxid- und nährstoffreichen Tiefenwasser. 

 

Winterstagnation

  • Durch weitere Abkühlung der Außentemperatur wird das Oberflächenwasser bzw. das Eis, das kälter ist als 4°C ist, leichter und liegt als schützende Schicht über dem wärmeren Tiefenwasser.
  • Ein See entsprechender Tiefe kann nicht durchfrieren, da das Wasser in der Tiefenschicht immer ungefähr 4°C beträgt, sodass die Organismen den Winter im See überleben können.

 

Vollzirkulation im Frühling

  • Nach der Eisschmelze sinkt das wärmer und damit schwerer gewordene Oberflächenwasser in Schichten gleicher Dichte und Temperatur ab. Zusammen mit dem Wind kommt es wieder zu einer Vollzirkulation wie im Herbst.

 

Mutationen

  • Genommutation:
    Veränderung der Anzahl einzelner Chromosomen oder ganzer Chromosomensätze

 

  • Chromosomenmutation:
    Veränderung des Erbguts, die durch Bruch und Fusion zum Umbau von Chromosomen führen.

 

  • Genmutation:
    Betreffen einzelne Gene, am DNA-Molekül werden wenige, oder nur ein Basenpaar verändert.

 

Genmutation:  

 Art: Punktmutation – Einbaufehler, fehlerhaftes Nucleotid

  1. Wirkungsmöglichkeit: fehlerhaftes Protein à Missense-Mutation
  2. Wirkungsmöglichkeit: verkürztes Protein  à Nonsense-Mutation
  3. Wirkungsmöglichkeit: funktionsfähiges Protein à Stumme Mutation (oft wenn bei dritter Stelle eines codierenden Tripplets die Mutation vorliegt, da das Tripplet dann meist trotzdem in die richtige Aminosäure übersetzt wird)

 

Art: Rastermutation – Nucleotid-Einschub oder Nucleotid-Verlust

Möglichkeiten: Insertionen, Deletionen, Inversionen

Wirkung: stark fehlerhaftes oder mehr oder weniger funktionsfähiges Protein

 

Mutagene:

= Mutationsauslöser

 

Natürliche Mutagene:

  • Kosmische Strahlung
  • Hohe Temperaturen
  • UV-Strahlung
  • Chemikalien: Säuren, Pilze, (freie) Radikale
  • Radioaktive Stoffe im Boden, im Wasser, Radon in Zement

 

Anthropogene Mutagene:

  • Chemikalien: Benzpyren/Zigaretten, Asbest, PCB
  • Strahlung Kommunikation: Handy, Bildschirm
  • Strahlung Medizin: Röntgenstrahlung, Strahlentherapie, Kontrastmittel,
  • Strahlung Militär: Atombombe
  • Strahlung Energiewirtschaft: Castor-Transporte, KKW

 

Mutationsorte:

  • Somazellen (=Körperzellen) à individuelles Problem, nicht vererbbar
  • Fortpflanzungszellen à Weitergabe der Mutation an die Nachkommen

 

Your Mission: Biologie-GK-Klausur

Ich bin im Moment stark am Lernen für Bio. Hab mir die Themen Ökologie und Genetik vorgenommen und Steuerung und Regulation auch ein wenig. Evolution werde ich nur am Rande machen, d.h. über meine Notizen drüber lesen. Ich konnte das schon in den Klausuren vorher nicht. Das ist einfach nicht mein Thema. Ich weiß schon, warum man Jahrhunderte lang an die 7-Tage-Schöpfung geglaubt hat. Es ist einfach wesentlich simpler! Tja, logischer ist nicht immer gleich einfacher! Bei mir jedenfalls war das noch nie so.

Ich poste immer weniger, weil ich für Bio mehr aufzeichne, und mir notizen mache, die ich dann an meine Wände und Zimmertüren hänge. Beim 100mal ins Bad gehen, hab ich hoffentlich auch endlich die Biozönotischen Grundregeln gelernt. Irgendwie geht das alles nicht in mein Hirn! Ich will das endlich hinter mir haben! Bei der mündlichen Prüfung bin ich wahrscheinlich wesentlich unaufgeregter. Reden liegt mir einfach mehr als zu analysieren. Ich bin sehr gespannt auf meine Ergebnisse. Ich kann momentan meine Leistung gar nicht einschätzen, bzw. weiß nicht, wie hoch oder niedrig die Anforderungen sind/waren.

Schöne Grüße an alle, die auch noch lernen,

Eure Abistokratin

Energiefluss und Trophieebene

Energiefluss

Globalstrahlung

           1%

100% Organische Material (Produzenten)

           20 %

20 % Primärkonsumenten

           2 %

2 % Sekundärkonsumenten

           0,5 %

0,5 % Endkonsumenten  

 

Energieverlust (Einbahnstraße der Energie):

  • Bei der Fotosynthese wird für die Bruttoprimärproduktion nur 1% der auf die Erdoberfläche auftreffenden Strahlungsenergie genutzt.
  • 66,2 % geht durch Atmung und Wärme verloren (50% allein durch Pflanzen)
  • 33,8 % wird zu organischem Abfall und scheidet ebenfalls aus dem Energiefluss aus.
  • Nach dem vollständigen Durchlauf durch das Ökosystem ist die gesamte Bruttoprimärproduktion in für Organismen nicht weiter verwertbare Wärmeenergie überführt worden. Ökosysteme sind daher grundsätzlich von einer Energiezufuhr von außen abhängig.

 

Trophieebenen

 

Ökologische Pyramiden:

 

Anzahl

Biomasse

Energiefluss pro Tag

Mensch

1

58 kg

1 320 kJ

Rinder

4,5

1125 kg 

72 000 kJ

Luzerne

5 Mio.

8925 kg    

280 000 kJ

 

à Anzahl der Lebewesen nimmt mit in der Nahrung vorhandener Energie ab.

 

 

 

 

Ökosysteme

Ökologische Nische

  • Der Begriff beschreibt keinen Raum, sondern das System von Wechselbeziehungen zwischen Organismus und Umwelt.
  • Besetzt eine Organismen art ein solches System, dann „nischt“ sie sich in ein Ökosystem ein. Man spricht auch von „Einnischung“.
  • Die ökologische Nische ist artspezifisch und fasst alle Umweltfaktoren zusammen, die für einen Organismus notwendig sind, um eine lebensfähige Population zu erhalten.

 

Einnischung einer Art durch

  • Ernährungsweise
  • Klimaansprüche
  • Aufenthaltsorte
  • Ort der Nahrungssuche

 

Neophyten / Migranten

In einem Ökosystem sind nicht immer alle Nischen optimal besetzt. Eine eingewanderte/eingschleppte Art kann sich neu in ein Ökosystem einnischen und dort eventuell andere Arten aus ihrer Nische vertreiben (à Konkurrenz-Ausschluss-Verfahren). 

 

Nahrungsbeziehungen

 

Nahrungsgruppen im Ökosystem:

  • Produzenten:
    Grüne Pflanzen, die durch Fotosynthese aus anorganischem Material körpereigene, organische Substanz aufbauen. Sie stellen die Biomasse her von der sich direkt oder indirekt alle Lebewesen einer Biozönose ernähren.
  • Konsumenten:
    Organismen, die sich von lebender, organischer Substanz ernähren. Sie sind entweder Pflanzenfresser (Herbivore, Primärkonsumenten), Fleischfresser (Carnivore, Sekundärkonsumenten) oder Parasiten.
  • Destruenten:
    Totes organisches Material, das durch Tod oder Ausscheidung entsteht, wird von den Destruenten abgebaut. Mineralisierer wie Bakterien bauen das Material zu anorganischen Verbindungen ab, die erneut von den Produzenten genutzt werden. 

Nahrungskette

Anorganisches Material*

Produzenten (Pflanzen, organisches Material)        

Primärkonsumenten (Pflanzenfresser)                           

Sekundärkonsumenten (Fleischfresser)                         

Endkonsumenten (letztes Glied der Nahrungskette)

↓↓↓↓

organisches Material/tote Biomasse durch Tod und Ausscheidungen entstanden

Destruenten    Verarbeitung zu anorganischem Material*    

 

 

 

 

Biologische Grundgesetze

Wirkungsgesetz der Umweltfaktoren

Die Häufigkeit einer Art wird von dem Faktor bestimmt, der am weitesten vom Optimum entfernt ist. Oder: Diejenigen Faktoren, die am meisten vom Optimum abweichen, bestimmen am stärksten, wie eine Lebensgemeinschaft nach Rat und Zahl zusammengesetzt ist.

 

Minimumgesetz von Liebig (1862)

Der Erteertrag wird von dem Nährstoff bestimmt, an dem es im Ackerboden am meisten mangelt.

 

Reaktionsgeschwindigkeits-Temperatur-Regel (RGT-Regel)

Bei einem Temperaturanstieg um 10°C steigt die Reaktionsgeschwindigkeit (innerhalb des Toleranzbereiches) um das zwei- bis dreifache.

-Henricus van’t Hoff 1884

Biozönotische Grundregel

  • Einseitige Lebensbedingungen führen zu Artenarmut bei großer Individuenzahl der einzelnen Arten.
  • Biotope mit vielseitigen Lebensbedingungen ermöglichen eine hohe Artendichte mit jeweils geringer Individuenzahl

 

ALLENsche Regel

Gleichwarme Tier haben in kalten Klimazonen kleinere Extremitäten als nahe verwandte Arten in warmen Klimazonen. Ohren oder andere Extremitäten sind bei Verwandten in Wärmeren Gebieten oft groß, um viel Oberfläche zum Abkühlen zu haben. In kälteren Gebieten sind die Extremitäten kleiner.

Warme Gebiete: größere Extremitäten, um mehr Oberfläche zum abkühlen zu haben

Kalte Gebiete: kleinere Extremitäten, um weniger Oberfläche zum abkühlen zu haben

 

BERGMANNsche Regel

Gleichwarme, nahe verwandte Tiere sind in wärmeren Klimazonen kleiner als in kälteren. Kleinere Körper kühlen schneller aus, da ihre Oberfläche im Verhältnis zum Volumen größer ist als bei großen Tieren. Tiere sind in kalten Regionen generell größer. Kleine Körper kühlen schneller aus. Bei großen Körpern ist die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen klein, daher gibt es wenig Wärmeverlust.

Warme Gebiete: kleinere Tiere, größere Oberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen

Kalte Gebiete: größere Tiere, kleine Oberflächen im Verhältnis zum Körpervolumen

 

Lotka – Volterrasche Regeln

 

1. Die Populationen von Räuber und Beute schwanken periodisch und phasenverschoben.

2. Langfristig bleiben die Mittelwerte der Populationen trotz der Schwankungen konstant.

3. Nach einer gleich starken Verminderung beider Arten nimmt die Beutepopulation schneller zu als die des Räubers, denn der Räuber wird doppelt geschädigt:

1.      Verlust der Paarungspartner

2.      Verlust der Nahrungsgrundlage (Beute)

Die Beute hingegen kann sich schnell wieder erholen, da ihr nicht die Nahrungsgrundlage genommen wurde.

[4. Vermehrter Schutz der Beute lässt auch den Räuber profitieren.]  

 

Biotische Faktoren

  • Interspezifische Konkurrenz (unter Individuen verschiedener Arten)
  • Intraspezifische Konkurrenz (unter Individuen innerhalb einer Art)
  • Symbiose
  • Parasitismus
  • Krankheiten
  • Feinde
  • Beute

 

A) Konkurrenz

 

Konkurrenz zwischen Lebewesen um

  • Nahrung
  • Wasser
  • Wohnplätze
  •  (Brutreviere und Paarungspartner) à nur intraspezifisch

 

Interspezifische Konkurrenz:

 

Konkurrenzvermeidung:

  • Unterschiedliches Beutespektrum
  • Unterschiedliche Gewohnheiten 
  • Unterschiedliche Jagdgebiete

à Ermöglicht Zusammenleben verschiedener Arten im selben Lebensraum.

 

Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip:

Zwei Arten mit völlig deckungsgleichen ökologischen Ansprüchen schließen sich in einem Lebensraum aus. Eine Art würde einen Wettbewerbsvorteil erringen und die andere auf Dauer verdrängen.

 

Konkurrenzabwehrstrategien:

  • Verteidigung durch Allelopathie:
    • Schwämme nutzen chemische Substanzen um anderen Schwämmen und Algen am Wachstum zu hindern.
    • Schimmelpilze stellen zur Abwehr konkurrierender Bakterien das Antibiotikum Penicillin her.
    • Eingreifen des Menschen zu Gunsten seiner Nutzpflanzen durch Herbizide

 

Intraspezifische Konkurrenz:

 

Intraspezifische Konkurrenzvermeidung

  • Revierbesetzung und Verteidigung
  • Unterschiedliche Altersformen nutzen unterschiedliche ökologische Nischen
  • Sexualdimorphismus: Weibchen und Männchen besetzen verschiedene Nischen
  • Tierstaaten mit Arbeitsteilung

 

Weitere Faktoren der intraspezifischen Konkurrenz

  • Gedrängefaktor
  • Kannibalismus

 

 

B) Symbiose

 

Definition: Das Zusammenleben verschiedener Arten zum gegenseitigen Vorteil (Nutzen)

 

Ektosymbiose:

(lockere Beziehung, jeder Partner bleibt außerhalb des anderen)

  • Nutznießertum: Der Vorteil ist in er Regel auf der Seite des einen Partners
    Beispiel: Lotsenfisch frisst Nahrungsabfälle des Haies
  • Allianz: Beide Partner profitieren von der lockeren Beziehung
    Beispiel: Putzsymbiosen, wie Putzerfisch/größere Fische; Madenhacker/Büffel

 

Endosymbiose:

(Ein Partner lebt im Inneren des andern)

  • Lebenswichtige Symbiose: Die Beziehung ist für beide Partner lebenswichtig
    Beispiel: Ameisen/Ameisenpflanze; Rinder/Bakterien und Ciliaten im Darm

 

Symbiosearten:

  • Tier/Pilz: Blattschneiderameise/Pilze
  • Pflanze/Pilz: Flechtenarten (Pilz/Alge)
  • Pflanze/Tier: Ameise/Ameisenpflanze,  Blüten/Insekten
  • Tier/Tier: Büffel/Madenhacker, Putzerfische/größere Fische,
  • Tier/Bakterien: Wiederkäuer/Bakterien

 

Folge der Symbiose:

Symbionten haben einen evolutionären Vorteil gegenüber anderen Arten, da sie für bestimmte Dinge (zum Beispiel Nahrungssuche oder Hautkrankheiten) keine Energie verbrauchen müssen, gleichzeitig aber für den Symbiose-Partner keine zusätzliche Energie aufwenden muss. Beide profitieren aus der Beziehung. 

 

 

C) Parasitismus

 

Definition:
Das Zusammenleben verschiedener Arten, wobei der Parasit vom Wirt profitiert und ihn damit langfristig schädigt, aber vorerst nicht tötet.

 

Auswirkungen:

Der Parasit entzieht dem Wirt Nahrung. Es kommt zu Gewebszerstörung Wachstumshemmung und Abgabe giftiger Stoffwechselprodukte, die eine Verkürzung der Lebensdauer des Wirtes zur Folge haben.

 

Unterschiedliche Arten von Parasitismus:

temporär: suchen den Wirt nur zur Nahrungsaufnahme auf (Mücken, Wanzen Bremsen)

permanent: leben immer auf oder im Wirt (Kopflaus, Bandwurm), starke Wirtsspezifität

 

Ektoparasiten: leben auf dem Körper, außerhalb des Wirts (Läuse, Zecken)

Endoparasiten: leben im Körper, innerhalb des Wirts (Bandwurm)

 

Halbschmarotzer (Mistel): autotrophe Lebensweise nur reduziert

Vollschmarotzer: keine autotrophe Lebensweise mehr vorhanden

 

Pflanzen: Windeparasiten, Wurzelparasiten, epiphytische Parasiten

Tiere: Bandwurm, Läuse, Zecken

 

Brutparasitismus: Kuckuck à muss keine Energie für Brutpflege verwenden.

 

 

D) Räuber – Beute – Beziehungen

 

Definition:

Zwischenartliche Wechselbeziehung mit tödlichem Ausgang für die Beute

 

  • Es gibt immer mehr Beute als Räuber
  • Die Beute ist meistens kleiner als der Räuber
  • Ergeben Nahrungsketten, die zu Nahrungsnetzen verknüpft werden können
  • Unter Räuber-Beute versteht man auch:
    • Pflanzenfresser – Pflanze
    • Fleischfressende Pflanze – Insekt
    • Schlupfweste – Wirtslarve

 

Lotka – Volterrasche Regeln

 

1. Die Populationen von Räuber und Beute schwanken periodisch und phasenverschoben.

2. Langfristig bleiben die Mittelwerte der Populationen trotz der Schwankungen konstant.

3. Nach einer gleich starken Verminderung beider Arten nimmt die Beutepopulation schneller zu als die des Räubers, denn der Räuber wird doppelt geschädigt:

1.      Verlust der Paarungspartner

2.      Verlust der Nahrungsgrundlage (Beute)

Die Beute hingegen kann sich schnell wieder erholen, da ihr nicht die Nahrungsgrundlage genommen wurde.

[4. Vermehrter Schutz der Beute lässt auch den Räuber profitieren.]  

 

Strategien der Beute zum Schutz vor Räubern

 

1. aktiver Schutz

  • Beißen (Ratten, Eichhörnchen) – mechanisch
  • Verhalten: flüchten, einigeln
  • Herden, Gruppenbildung (Fische)
  • Gifte (Spinnen, Skorpione) – chemisch
  • Sekrete (Stinktier, Wanzen) – chemisch
  • Hufe (Zebras, Büffel) – mechanisch
  • Gehörn, Geweih (Hirsche, Ziegen) – mechanisch
  • Stachel (Wespe) – mechanisch

2. passiver Schutz

  • Gifte (Brennnessel, Kugelfisch, Pilze, Quallen)
  • Größe (Elefant, Wal)
  • Panzer (Walnüsse, Muscheln, Krebs, Schildkröte, Schnecke)
  • Stachelkleid (Igel, Dornen)
  • Tarntracht (Birkenspanner, der Rindenfarbe hat)
  • Mimese – Nachahmung („lebende Steine“, wandelndes Blatt, Spannerraupe)
  • Schrecktracht (Raupe des Großen Gabelschwanzes, Abendpfauenauge)
  • Warntracht (Bienen, Wespen)
  • Mimikry – Scheinwarntracht (Hornissenschwärmer)

 

Räuberstrategien

  • Aggressiver Mimikry (Anglerfisch)
  • Gift zur Betäubung (Nesseltiere, Skorpion)
  • Fangnetze (Netzspinnen)
  • Aufspürung via Ultraschall (Federmaus)

Abiotische Faktoren

Physikalische Faktoren:

Wind

Relief

Strömung

 

Chemische Faktoren:

Nährsalzgehalt (Phosphor, Nitrate, Sulfate)

Salinität (Salzgehalt)

Wasserhärte

Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxidgehalt

pH-Wert

 

Klima:

Licht

Temperatur

Wasser/Niederschlag

Relative Luftfeuchtigkeit

Luftdruck

 

Physiologische und ökologische Potenz:

 

Physiologische Potenz: 

Toleranzbereich ohne Konkurrenz

 

Ökologische Potenz:

Bereich, in dem ein Organismus wenig Konkurrenz hat, der aber in seinem Toleranzbereich liegt. Ein Organismus könnte z.B. auch in anderen Gebieten vorkommen, wurde dort aber von der Konkurrenz verdrängt.

 

Zeigerorganismen (Bioindikatoren):

Organismen, die für einen bestimmten Umweltfaktor stenopotent sind. Diese Eigenschaft ist also durch eine geringe physiologische oder ökologische Potenz bezüglich dieses Faktors bedingt. Durch diese Organismen kann man in Biotopen Rückschlüsse auf die dort herrschenden Umweltverhältnisse schließen.

 

Umweltfaktor Wärme:

 

Ektotherm:

Vorteil à brauchen z.B. keine Nahrung während der Kältestarre im Winter, da ihr Stoffwechsel auf „Sparflamme“ läuft. Somit sind sie nicht der Gefahr des Verhungerns ausgesetzt.

Nachteil à Können z.B. bei niedrigen Außentemperaturen nicht weiter aktiv sein, sterben Kältetod oder verfallen in Kältestarre.

 

Endotherm:

Vorteil à Können auch bei niedrigen Außentemperaturen aktiv sein.

Nachteil à Brauchen viel Nahrung, um die nötige Wärmeenergie zu erzeugen. Damit ist die Gefahr des Verhungerns gegeben, wenn vor allem im Winter wenig Nahrung vorhanden ist.

 

 

ALLENsche Regel

Gleichwarme Tier haben in kalten Klimazonen kleinere Extremitäten als nahe verwandte Arten in warmen Klimazonen.

Warme Gebiete: größere Extremitäten, um mehr Oberfläche zum abkühlen zu haben

Kalte Gebiete: kleinere Extremitäten, um weniger Oberfläche zum abkühlen zu haben

 

 

BERGMANNsche Regel

Gleichwarme, nahe verwandte Tiere sind in wärmeren Klimazonen kleiner als in kälteren. Kleinere Körper kühlen schneller aus, da ihre Oberfläche im Verhältnis zum Volumen größer ist als bei großen Tieren.

Warme Gebiete: kleiner, größere Oberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen

Kalte Gebiete: größer, kleine Oberflächen im Verhältnis zum Körpervolumen

 

 

Überwinterungsstrategien bei Tieren

 

Winterstarre: ektotherme Tiere fallen bei Kälte in eine Winterstarre

 

 

Alkohole: Manche Insekten benutzen Alkohole als Frostschutzmittel

 

 

Saisonale Wanderung / Zugvögel: z.B. manche Vögel oder Rentiere

 

 

Winterruhe: 

- ruhiges Verhalten

- ~37°C Körpertemperatur

- Prinzip: geringer Energieverbrauch, von Vorräten leben

- Aktivität: erhöhte Stoffwechselaktivität

-Beispiele: Reh, Eichhörnchen, Bär

 

 

Winterschlaf: 

- Schlaf

- abgesenkte Körpertemperatur auf ~ 5°C

- Prinzip: Profitieren von der RGT-Regel

- Beispiele: Murmeltiere, Igel, Fledermaus

 

 

Wirkungsgesetz der Umweltfaktoren:

Die Häufigkeit einer Art wird von dem Faktor bestimmt, der am weitesten vom Optimum entfernt ist. (nach Justus Liebigs Minimumgesetz)

Oder: Diejenigen Faktoren, die am meisten vom Optimum abweichen, bestimmen am stärksten, wie eine Lebensgemeinschaft nach Art und Zahl zusammengesetzt ist.

 

 

 

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