Sprachtheorien – Sprechen, Denken, Wirklichkeit

Hauptfunktionen von Sprache:

  • Kommunikation
  • Begriffsdefinition

 

 

Begriffe:

Semantik (Wortbedeutung)

Syntax (Wortkombination/Satzbau)

Phonetik (Klang/Aussprache)

Sprachuniversalien (Feststehende Grundelemente in allen Sprachen, die grundsätzlich übertragbar sind)

 

 

 

 

Theorien:

 

 

Ferdinand de Saussures

„Theorie des sprachlichen Zeichens“

(Anfang 20. Jahrhundert) S. 367

 

Definition von Zeichen:
Die Verknüpfung eines Lautbildes mit einer Vorstellung von einem
Gegenstand oder Sachverhalt

 

Lautbild:           tree     arbre      Baum   à Bezeichnendes, Ausdrucksseite

Vorstellung:    (Bild von einem Baum)  à Bezeichnetes, Inhaltsseite

 

  • Es gibt keinen sachlichen Grund (wie z.B. Onomatopoesie) die Vorstellung des Gegenstands Baum mit einer ganz bestimmten Lautkette zu assoziieren.
  • Die Zuordnung der beiden Seiten des sprachlichen Zeichens ist also willkürlich, kann allerdings nicht jederzeit von jedem Mitglied der Sprachgemeinschaft geändert werden, ohne die Verständigung zu gefährden.
  • Konvention regelt wie Inhalts- und Ausdruckseite eines Zeichens miteinander verbunden sind.

 

Helmut Seiffert S. 367

„Die Dreidimensionalität des sprachlichen Zeichens“

Zeichentheorie (Semiotik)

 

  1. Syntaktische Zeichendimension:
    Man erkennt dass es sich bei einem Gebilde um ein Zeichen handelt, versteht aber nicht, für was das Zeichen steht. Beispiele: chinesische Schriftzeichen, unbekannte  Verkehrsschilder im Ausland
  2. Semantische Zeichendimension:
    Befasst sich mit der Bedeutung des Zeichens, also dem, was es uns zu verstehen gibt. Ein Zeichen wird semantisch erfasst, wenn wir die Bedeutung und das wofür es steht kennen. Beispiele:  Verstehen einer fremden Sprache (Buch/Tischnachbar in Englisch)
  3. Pragmatische Zeichendimension:
    Befasst sich mit dem wozu die beteiligte Person von einem Zeichen zu Aufgefordert wird (Appell). Dazu sind vorherige Dimensionen notwendig. Beispiele: Stopp-Schild für Autofahrer, nicht aber für Fußgänger, Steuerbescheid heißt zahlen.

 

 

Benjamin Lee Whorf  (1940) S. 374

„Das linguistische Relativitätsprinzip“

 

  • Um die Gesetzmäßigkeiten seiner Welt zu erfassen, braucht man Vergleiche. Das Wort blau würde bei Menschen nicht existieren, die alles nur blau sehen können.
  • Linguisten sind erst dann in der Lage Sprachphänomene festzustellen bzw. zu untersuchen, wenn sie ihre Vergleichsmöglichkeiten erweitern (neue Sprachen lernen).
  • Das linguistische System jeder Sprache (Grammatik) ist nicht nur reproduktives Instrument zum Ausdruck von Gedanken, sondern es formt die Gedanken.
  • Formulierung von Gedanken ist kein unabhängiger, rationeller Vorgang. Stattdessen ist die Formulierung von der jeweiligen Grammatik beeinflusst.
  • à „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“
  • Wahrnehmung und Wirklichkeit sind also abhängig von der Sprache
  • Kein Individuum kann die Welt objektiv Darstellen
  • Es gibt ein stummes Abkommen unter Sprachgemeinschaften die Welt zu organisieren   

 

 

Karl Bühler

Das Organonmodell der Sprache

Sprachfunktionsmodell

 

Semantische Funktionen eines Sprachzeichens:

  • Symbol – Zuordnung zu Sachverhalten und Gegenständen
  • Symptom – Abhängigkeit vom Sender, dessen Innerlichkeit es ausdrückt.
  • Signal – Appell an den Hörer, dessen äußeres oder inneres Verhalten es steuert

 

  • Der Sender gibt dem Gesprochenen etwas zum Ausdruck 
  • Der Empfänger erhält durch das gesprochenen direkt oder indirekt einen Appell
  • Durch das Gesprochene kommt es zur Darstellung eines Gegenstandes/Sachverhalts

 

Beispiele:

Filmkritik – Darstellung, Appell und Ausdruck

Liebesgedicht – Dimension: Ausdruck, evtl. Appell

Fahrplan – Dimension: Darstellung

3 Kommentare

  1. Campori sagte,

    November 17, 2008 um 12:42

    Sehr schöner und interessanter Blog. Werde auf jeden Fall des öfteren mal bei dir vorbeischauen :)

    LG

    Campori

  2. Lola sagte,

    August 10, 2009 um 5:27

    Gute Erklärung.
    Hat mirr das Thema auf jeden Fall etwas näher gebracht!
    LG Lola

  3. Lisa sagte,

    September 26, 2009 um 4:12

    Hallo,

    Ich verstehe nicht ganz die Dreidimensionalität des sprachlichen Zeichens, wo ist die synataktischen Zeichendimensoin sprachliche? Hast du vielleicht ein Beispiel in einem Gespräch oder bei Kommunikation?
    LG L.


Einen Kommentar hinterlassen