Texte zur Botschaft Jesu

1. Heil der Armen S. 81 (Günther Bornkamm)

  • „Selig sind die Armen, denn ihnen gehört das Reich Gottes!“
  • Armut und Niedrigkeit haben in Jesus Seligpreisungen wieder ihren ursprünglichen Sinn und meinen nicht eine Gruppe von Leuten, die sich freiwillig in die Armut begeben, nur um sich selbst dann für frommer und näher bei Gott zu halten.
  • Die Armen und Elenden sind die, die von der Welt nichts zu erwarten haben, aber von Gott alles erwarten, die ganz auf Gott vertrauen.
  • Jesus spricht die an, die an die Grenzen der Möglichkeit gestoßen sind. Die Armen, die in das Gefüge der Welt nicht passen und daher in die Welt nicht passen.
  • Unter den Armen seien alle anderen Seliggesprochenen zusammengefasst: Die Barmherzigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die Trauernden, die Demütigen, die Friedensstifter, die Aufrichtigen und die Verfolgten.
  • Gottes Reich bzw. Gott selber komme auf diese Armen zu.

 

2. Das neue Gebot S. 86 (Josef Blank)

Nächstenliebe

  • „Du sollst, den Herrn deinen Gott lieben…Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Mt 22,35-40)
  • Eigentlich sind diese zwei Gebote nichts Neues im jüdischen Glauben und kommen so oder so ähnlich schon im Alten Testament vor. Das Gebot der Nächstenliebe bezieht sich im AT allerdings nur auf die Volksgenossen Israels. Bei Jesus steht das Gebot der Nächstenliebe in keinerlei Grenzen.
  • Der Maßstab der Nächstenliebe ist die Liebe zu sich selbst und gleichzeitig die Vorraussetzung dafür. Dieser Maßstab sei praktisch unbegrenzt.
  • Das eigentlich Neue sei die enge Verbindung in der Gottesliebe und Nächstenliebe bei Jesus stehen. Allerdings dürfe man nicht denken, dass Mitmenschlichkeit die Liebe zu Gott ersetze oder umgekehrt.
  • Definition für Liebe: Das eigentliche Kriterium für Liebe sei wohl die Praxis, die Tat der Liebe.
  • Nach ihrer eigenen Dynamik kenne die Liebe keine Grenzen. Nach dem Hauptgebot der Liebe hätten alle Menschen gleichen Rang und gleiche Würde. Es gebe keine Abgrenzung oder Einschränkungen durch Rasse, Klasse, Volk, Partei etc.
  • Die Liebe im Sinne von Jesus Gebot werde man daran erkennen, dass sie versucht solche Abgrenzung um jeden Preis zu überwinden.
  • Am Beispiel des barmherzigen Samaritas macht der der Autor deutlich, dass der Nächste bzw. das Verhältnis zu ihm erst durch aktive Taten geprägt wird. Erst der handelnde Samariter sei dem Opfer zum Nächsten geworden. Nächstenliebe sei ein Verhalten produktiver Phantasie und eines entschlossenen Handelns.
  • Ein starres Gesetzesgefüge sei für Jesus nicht mehr ausreichend. Er wolle stattdessen, dass die Bedürfnisse des Mitmenschen bestimmen was zu tun und zu lassen ist. Das Gesetz solle für das Wohl des Menschen sorgen. Dieses Gesetz dürfe nicht verabsolutiert werden, sodass der Mensch ihm geopfert wird.

Feindesliebe (Mt 5,43-48 )

  • Das Gebot Feindesliebe sei der Höhepunkt der von Jesus geforderten neuen Gerechtigkeit.
  • Bei der Nächstenliebe gehe es um die Nachahmung der vollkommenen Liebe Gottes, die nicht zwischen Gut und Böse unterscheidet. Die fortwährende Aufgabe der Liebe sei es, zwei feinde zu Brüdern zu machen und Hass, Unzufriedenheit, Zwietracht, Entfremdung und Aggression zu überwinden.

 

3. Umstrittene Gewaltlosigkeit S. 89

Gewaltlosigkeit nicht um jeden Preis – J. B. Metz

  • Gottesliebe könne dem Christen gebieten, seine eigene Ohnmacht anzunehmen und Unrecht für sich zu erleiden.
  • Nächstenliebe dürfe sich jedoch nicht mit dieser Ohnmacht und der Unterdrückung des Nächsten, des geringsten Bruders zufrieden geben.
  • Der Christ sei daher nicht nur für das verantwortlich was er tut oder nicht tut, sondern auch für das was er zulässt, dass es anderen geschieht.
  • Liebe könne für Augenblicke, und niemals gesucht sondern immer aufgedrängt, Gewalt als Ausdruck der Verzweiflung nutzen. Allerdings immer so dass der Liebe immer bewusst sei, wie sehr sie durch jegliche Gewalt verletzt wird.
  • Gewaltlosigkeit kann auch getarnte Feigheit oder Opportunismus sein. Daher könne man dieses christliche Dilemma nur im Rahmen der Liebe überwinden.

Überwindung der Gewalt – Rudolf Pesch

????? Keine Ahnung was der Mann mir sagen will ^^ Irgendeiner ne Idee?

 

4. Gericht S.92

à Klausur (12)

 

5. Das Vater unser S. 94 – Leonardo Boff (Befreiungstheologe)

  • Das Gebet sei geprägt von einer Wechselbeziehung zwischen den Bedürfnissen Gottes und denen des Menschen, die so verbunden werden. Boff teilt das Gedicht in zwei Teile ein: 1. Die Sache Gottes – Vater, Heiligung seines Namens, sein Reich und seinen heiligen Willen. 2. Die Sache des Menschen: Brot, Vergebung, Versuchung und Befreiung von den Bösen.
  • Sorge um Gott und Sorge um den Menschen sollen laut Boff nicht getrennt werden, z.B. dürfe die Sorge um unser weltliches Leben Gott nicht in den Hintergrund treten lassen und umgekehrt.
  • Das Gebet zeige keine rosige Realität, sondern Gegensätze und Konflikte. Trotz aller Konflikthaftigkeit klinge durch dieses Gebet freudiges Vertrauen und heitere Hingabe, weil die Bedrängnis zum Ort der Begegnung mit Gott gemacht werde.
  • Im Mittelpunkt des Gebets stehen nicht etwa Kirche, nicht mal Jesus Tod oder Auferstehung. Das Gebet fokussiere auf Gott und auf das andere Zentrum: den Menschen und seine Bedürfnisse.
  • Im Vater Unser finde man die glückliche Beziehung zwischen Gott und Mensch, daher habe Jesus dies auch nicht in Form einer Lehre, sondern als Gebet ausgedrückt.

 

Gottesbotschaft (Unterrichtsnotizen)

  • Die Sache Gottes und die Sache des Menschen sind nicht fern („Wie im Himmel, so auf Erden“)
  • Zeitlos; auf aktuelles Leben zu beziehen; Ewigkeitsbestand (Schuldvergebung, Erlösung vom Bösen)
  • Gottes Sohn sind alle, die z.B. ihren Nächsten vergeben, ihre Feinde lieben
  • Vertrauen à „Vater“ unser
    Distanz abgeschafft, engeres Verhältnis zu Gott

Einen Kommentar hinterlassen